Die Onlinemarketing-Trends 2018 für Unternehmen

Das Internet entwickelt sich zur zentralen Kommunikationsplattform der Menschheit. Immer mehr Nutzer bestellen ihre Waren und Dienstleistungen online. Immer mehr Geräte werden mit dem Internet verbunden und können per Smartphone-App gesteuert werden. Fachleute sprechen vom „Internet der Dinge“. Und immer größer wird die Zahl der Menschen, die Videos live in sozialen Netzwerken wie Facebook oder Instagram senden. Chatbots analysieren Kundenanfragen und bieten über Dienste wie Whatsapp oder Facebook-Messenger automatisierte und softwaregesteuerte Dialoge an.

Was bringt das Jahr 2018 an neuen Trends für Unternehmen? Die Huffpost hat den Internet-Pionier und Onlinemarketing-Spezialisten Thomas Stiren dazu befragt. Seit über 20 Jahren ist er als Internetunternehmer tätig und betreut mit seiner Agentur Unternehmen, welche über das Internet ihre Produkte gewinnbringend verkaufen wollen. Der Kenner der Internet-Szene wird von Fachzeitungen, Hörfunk und Fernsehen um Rat gefragt genauso wie er als Autor und Koautor Fachartikel zu den unterschiedlichen Internet-Themen publiziert.

Und das sind die Einschätzungen des Fachmanns:

1. Live-Videos

Der Weg zur „Mitmach-Fernsehanstalt“ ist vorgezeichnet: Sowohl Facebook als auch Instagram pushen das Thema „Livebroadcasting“. Live-Videos werden in den Frontseiten der Marc-Zuckerberg-Portale wie Facebook und Instagram an die oberste Stelle gesetzt. Die Interaktion mit Text-Bild-Posts wird nicht nur wegen der Bevorzugung von Video-Content immer geringer. Die Nutzer langweilen Text-Bild-Meldungen. Die Devise gilt mehr denn je: Je multimedialer, je erfolgreicher! Jedes Unternehmen sollte seine wöchentliche Live-Sendung anbieten und kurze Infovideos produzieren.

2. Browser-Push-Nachrichten (Webpushs)
Ein neues Online-Marketinginstrument wird 2017 geboren bzw. massentauglich: Mit den neuen Browsergenerationen können Nutzer über den Webbrowser zeitgesteuerte Push-Nachrichten empfangen. Einzige Voraussetzung: Der Webbrowser ist geöffnet und der Anwender hat seine Einwilligung gegeben. Die sogenannten Webpushs können auf einfache Art und Weise durch den Anwender ein- oder ausgeschaltet werden. So können Webseitenaufrufe gesteigert und Shop-Umsätze oder Werbeeinnahmen maximiert werden.

3. Blockchain-Technologie
Die Blockchain wird über Nacht durch die Kryptowährungen rund um Bitcoin, Ethereum & Co. bekannt. Doch viele Nutzer wissen nicht, dass die Technologie lediglich Trägerplattform ist, die eine fälschungssichere Dokumentation der Kryptowährungen und ihrer Transaktionen revisionssicher auf den teilnehmenden Servern verschriftet. Die Technologie kann aber viel mehr und stellt für bestimmte Branchen eine Gefahr da. Grundbuch-Einträge, Handelsregister, Ausleihlisten, Kassenbücher, Fahrtenbücher, Verträge aller Art … es gibt kaum einen Vorgang, den die Blockchain nicht kostengünstiger und sicherer dokumentieren kann. In diesem Zusammenhang wird auch oft der Begriff „Smart Contracts“ verwendet.

4. Chatbots
Whatsapp und Facebook haben ihre Schnittstellen zur Integration von Chatbot-Funktionalitäten in ihren Nachrichtendiensten geöffnet („chat“ steht für chatten, „bot“ für Roboter). Unternehmen können so in einen automatisierten Dialog mit ihren Kunden einsteigen. Wichtig dafür sind die Fragenstellungen der Kunden und die Anbindung an Internetanwendungen, welche die Aufträge ausführen. Vor allem Buchungen im Restaurant, beim Friseur oder Arzt usw. sind geeignete Mittel echte Services anzubieten und sich 2018 vom Wettbewerb abzugrenzen. Beispielsweise bietet die Fluggesellschaft KLM bereits die Umbuchung von Flügen über Whatsapp an.

5. Augmented Reality
Mittlerweile kennt sie jeder: Ob auf Snapchat oder Facebook – die lustigen, 3D-animierten Masken, welche sich auf das Gesicht des Betrachters legen, sind der Renner: Ob als Raumfahrer, Alien oder gechillt mit cooler Sonnenbrille?! Augmented Reality, abgekürzt AR, ist der Fachbegriff. Zu Deutsch bezeichnet es die „erweiterte Realität“ und heißt, Bilder oder Videos – die wir mit unseren Smartphones aufnehmen – mit virtuellen und animierten Objekten mittels Einblendung zu erweitern. Für Unternehmen ist dies 2018 ein ideales Instrument, ihre Marken zu branden, Produkte zu erklären und die Kunden stärker an diese zu binden. – Für alle Markenartikler ein Muss!

6. EU-Privacy
Ende Mai 2018 gilt für alle Unternehmen die neue europäische Datenschutzverordnung EU-DSGVO. Die zweijährige Übergangsfrist ist dann vorbei. Unternehmen drohen erhebliche Strafen bei Verstößen. Für Website-Betreiber, Hoster und Onlinemarketer wird die Verordnung zu einem Bürokratieaufwand ohne gleichen. Jedes Onlineformular muss genauestens für die Datenschutzbehörden und Verbraucher dokumentiert werden. Die EU-Privacy-Verordnung, die mit der EU-DSGVO umgesetzt werden sollte, wartet noch auf die Ratifizierung durch das EU-Parlament. Kommt sie auch 2018, bedeutet dies allerdings das Ende des Retargetings und Cookie-basierter Datensammlung und Werbeausspielung. Unternehmen bleiben noch knapp fünf Monate sich fit zu machen!

7. Audio-Content is back
Lange totgesagt, erleben die Podcasts von Soundcloud, iTunes & Co. eine wahre Renaissance. Die Online-Hörbücher sind wieder in. Trainer erkennen, dass der Audio-Content ein guter Vertriebsweg ist und bieten kostenlose Informationen zu allen Lebenslagen an. Die Zuhörer sind dankbar und nutzen das Angebot beim Sport und unterwegs, um sich weiterzuentwickeln und fortzubilden. Eine bessere und aktuellere Quelle gibt es nicht. Für 2018 sollten Unternehmen daher überlegen, ob es Informationsinhalte gibt, welche den Kunden einen Mehrwert bieten.

8. Voice Search & W-Fragen
Für Unternehmen bleibt die wichtigste Frage, wie ihre Produkte und Dienstleistungen am schnellsten von ihrer potentiellen Kundschaft im Internet gefunden werden. Die Suche per Sprachstimme via Amazon Alexa, Google Home oder den Apple Homepod verändert die Inhalte: Verwendet der Anwender beim Eintippen auf der Tastatur zwei bis drei Kernbegriffe, ist es bei der Voice Search eine ganze gesprochene Frage mit einem Pronomen wie Wer, Wie, Was etc. Die Erkenntnis der „W-Fragen“ gilt es in das Texten aufzunehmen und die mögliche Fragestellung im Text direkt aufzugreifen.

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