15.01.2017

Artificial Intelligence – Digitale Renaissance auf der DLD 2017

Grafik: Netzversteher

„… what’s the plan?“, so lautet das Motto von Europas wichtigster Innovationskonferenz DLD 2017, die in München gestartet ist. Gleichzeitig steht diese zentrale Frage für das Themenkanon, welches 150 digitale Visionäre und Macher aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft zusammen mit rund 1.000 Besuchern auf der Innovationskonferenz der Hubert Burda Media-Gruppe diskutieren werden. Artificial Intelligence oder die Zukunft der Menschheit sind dabei nur zwei Schlagworte einer immer schneller voranschreitenden Digitalisierung, die nicht nur die Gesellschaft und Politik, sondern vor allem den Lebensalltag der Menschen drastisch verändert. Saki Danoglidis von Hubert Burda Media war vor Ort und hat den ersten Tag für uns zusammengefasst.

„Die beste Zeit der Menschheit“

DLD steht für „Digital Life Design (DLD)“ und ist die internationale Konferenz- und Innovationsplattform von Hubert Burda Media

Eben diese drastischen Veränderungen in allen Bereichen unserer Gesellschaft erinnern den Oxford-Professor Ian Goldin, der mit seinem Vortrag die DLD-Teilnehmer auf die kommenden Tage einstimmte, an die Zeit der Renaissance, in der das Denken komplett verändert wurde. Voll Optimismus betrachtet der gebürtige Südafrikaner und ehemalige Berater von Nelson Mandela unsere Zeit der Globalisierung. Laut Goldin leben wir in der „besten Zeit der Menschheit.“ Denn trotz der großen Unterschiede zwischen Arm und Reich sei es auch die beste Zeit, um in Armut geboren zu werden. Die soziale Mobilität und Chance, der Armut durch Talent zu entkommen, sei so groß wie nie zuvor. Technische Möglichkeiten lassen es zu, dass viel mehr kreative und talentierte Menschen die Welt mit ihren Ideen bereichern können.

Artificial Intelligence

Die nächste Evolutionsstufe des Internets und die Rolle, die künstliche Intelligenz dabei spielen wird: Darüber diskutierten Jürgen Schmidhuber, Forscher für Artificial Intelligence, und Christopher Schläffer, früherer Digitalchef der Telekom. Sprachbasierte Assistenten, wie Siri oder Cortana, die die Gewohnheiten ihrer Nutzer bereits analysieren und vorhersagen, seien nur der erste Schritt zu einem sich stets verbessernden „Contextual Internet“. „Wir kommen irgendwann an einen Punkt, wo wir unsere Privatsphäre ein Stück aufgeben müssen“, sagte Schläffer. Schließlich ließe sich diese Technologie nicht ohne persönliche Daten umsetzen.

Selbstfahrende Autos

Autos, die von intelligenten Systemen gefahren werden, während sich der Fahrer entspannt zurücklehnt: Eine Vision, die, wenn es nach BMW-Vorstandsmitglied Klaus Fröhlich geht, bereits in vier Jahren Realität sein soll. Zusammen mit Intel-CEO Brian Krzanich und dem israelischen Gründer von Mobileye, Amnon Shashua, diskutierte er über autonome Autos. „In den kommenden Jahren wird sich die Autoindustrie stärker verändern als in den vergangenen 30 Jahren. Autonomes Fahren ist ein Game Changer und für uns wie ein Flug zum Mars“, sagte Klaus Fröhlich. Eine erste Testflotte soll bereits dieses Jahr auf den Straßen fahren. Intel-Chef Krzanich betonte, dass für die Entwicklung autonomer Autos große Tech-Firmen, wie Apple oder Google, zusammenarbeiten müssen, nicht nur um Daten und Ressourcen zu teilen, sondern auch um einheitliche Standards zu schaffen.

Mit Datenanalysen zum Wahlsieg?

Daten analysieren und Menschen anhand ihrer Vorlieben gezielt ansprechen: Das ist die Arbeit von Datenanalysten, denen ein großer Anteil an Donald Trumps Wahlsieg zugeschrieben wird. Alexander Tayler Unternehmen Cambridge Analytica gestaltete während des US-Wahlkampfs eine Kampagne für Donald Trump. „Es war schwierig zu wissen, wer gewinnt, bevor man wusste, wer tatsächlich zur Wahl gehen würde“, sagte Talyer im Gespräch mit Steven Haft von Indyworks. Wie präzise die Datenanalysen sind, zeigt Tayler anhand eines Beispiels: „Wir können die Menschen so unterteilen, dass wir extrovertierten Menschen andere Werbung ausspielen können als introvertierten – so können unsere Klienten genau die Menschen ansprechen, die auch mit ihnen interagieren wollen.“

Zukunft der Arbeit

Auf der Speaker-Liste des diesjährigen DLD steht neben Größen aus Wirtschaft, Politik und Kultur auch ein Vertreter der katholischen Kirche: Reinhard Kardinal Marx sprach über die Zukunft der Arbeit . Ob es ein Recht auf Arbeit gäbe, wollte Dominik Wichmann wissen. Marx antwortete: „Maschinen verändern das Leben der Menschen, die sich anpassen müssen. Aber warum sorgen wir nicht dafür, dass sich die Maschinen an das Leben der Menschen anpassen?“