Foto: TV/Björn PazenLEIWEN · Der Kreis Junger Unternehmer Trier war in Leiwen Gastgeber der Landeskonferenz der Wirtschaftsjunioren. Zwei frühere Junioren trafen sich in neuen Posten wieder – und erlebten ein „lebendiges Dorf“.
Als der Kreis Junger Unternehmer (KJU) Trier die Landeskonferenz der Wirtschaftsjunioren Rheinland-Pfalz (LAKO) im Jahr 2010 zum bis dato letzten Mal organisierte, waren Daniela Schmitt und Thomas Stiren im Landesvorstand dieser Organisation. 15 Jahre später trafen sie sich bei der LAKO25 im Leiwener Ressort Eurostrand wieder – sie als rheinland-pfälzische Wirtschaftsministerin, er als Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) Trier. „Wirtschaftsjunior zu sein ist eine Verbindung fürs Leben“, sagt Stiren. War damals die Vereinbarkeit von Kind und Karriere von Führungskräften eines der Kernthemen, ging es am Wochenende um Digitalisierung, Künstliche Intelligenz, Dekarbonisierung oder Resilienz. Schmitt und Stiren waren am Wochenende Ehrengäste, genau wie Constanze Kaysser, Bundesvorsitzende der Wirtschaftsjunioren Deutschland.
So bereiten sich Jungunternehmer aufs Wirtschaftsgeschehen vor
Rund 200 junge Wirtschaftsführer aus ganz Rheinland-Pfalz – Gründer sowie Führungskräfte und Nachfolger in Familienunternehmen – waren ins „Village“ (Dorf) gekommen, um sich zu informieren, auszutauschen, inspirieren zu lassen – oder einfach mit Gleichgesinnten am Freizeitprogramm teilzunehmen. Organisiert wurde das dreitägige Treffen von rund 25 Mitgliedern aus dem KJU Trier, unter dem Vorsitz von Julian Roth sowie Jan Wiedemann als Orga-Leiter. „Unser Dorf war ein sehr lebendiges Dorf, wir hatten kurze Wege, die Location Eurostrand war ideal, weil alle unter einem Dach untergebracht waren“, sagte Roth.
Nach dem Willkommensfest am Freitag war einer der Programmhöhepunkte am Samstag der Vortrag von Winzer Roman Niewodniczanski vom Weingut van Volxem. „Du wirst scheitern“ hatte man ihm vorhergesagt – das Gegenteil war der Fall für Deutschlands Winzer des Jahres 2023, der aus der Bitburger Brauereidynastie stammt. Egal, ob Alkohol-Bashing, Mindestlohn für Saisonarbeiter oder einem vor 20 Jahren extrem schlechten Image des Moselweins, er ließ sich nicht beirren – und gab den Nachwuchsführungskräften unter anderem mit auf den Weg: „Leistung kann auch Spaß machen. Alle sollten weniger schimpfen, sondern mehr Optimismus verbreiten in dieser wilden und rastlosen Zeit.“
Die LAKO-Teilnehmer konnten sich aus Workshops (zum Beispiel KI, die Zukunft des Internets, Resilienz, Transformation oder Meetings), Betriebsbesichtigungen (Vet-Concept, Schoenergie, ART) und gemeinsamen Freizeitaktivitäten (Wandern, Kanufahren, Kreativworkshop) ihr individuelles Programm zusammenstellen – und dabei nicht nur über den Tellerrand schauen, sondern sich auch vernetzen.
Warum junge Unternehmer keine Hemmungen haben sollten
„Das ist der Grundgedanke der Wirtschaftsjuroren – Netzwerk, Austausch, gegenseitige Unterstützung bei Herausforderungen, egal, aus welcher Branche du kommst“, sagt die Bundesvorsitzende Constanze Kaysser, die in Pinneberg bei Hamburg ein Unternehmen aus der Halbleiterbranche leitet. Eines ihrer Kernthemen ist, jungen Führungskräfte beim Sprung in die Unternehmensnachfolge zu unterstützen: „Da gibt es oft noch Hemmschwellen, wir wollen helfen, Anreize zu schaffen.“ Als junge Mutter ist „Kind und Karriere“ ein weiterer Fokus, den sie schon bis ins Bundeswirtschaftsministerium getragen hat. „Generell können die Wirtschaftsjunioren in den Projekten und Workshops unserer Organisation Fehler machen, die sie dann als Unternehmer nicht mehr machen. Wir stehen für den Know-how-Transfer, wir stehen für Trainings, damit unsere Teilnehmer ihre Entwicklungspotenziale optimal nutzen können.“
Dass Nachwuchsführungskräfte Unternehmen anders führen, weiß Thomas Stiren aus eigener Erfahrung. Noch als Student gründete er seine Internetagentur, war später über die KJU Trier, deren Vorsitzender er lange Zeit war, bestens vernetzt – und wurde nun als erster ehemaliger Wirtschaftsjunior in 60 Jahren IHK-Präsident in Trier. Als sein Vorgänger Peter Adrian 2006 zum IHK-Chef gewählt wurde, wurde Stiren KJU-Vorsitzender, 2023 folgte er auf Adrian. Schaut man sich die aktuellen IHK-Gremien an, ist der KJU dort bestens vertreten: 40 Prozent aller Mitglieder der Vollversammlung und 50 Prozent des Präsidiums sind oder waren Wirtschaftsjunioren. „Der KJU ist für die IHK Trier mittlerweile eine sehr wichtige Rekrutierungsmöglichkeit. Diese Gruppe sorgt für frischen Wind und viele neue Ideen in der IHK, das wird man zum Beispiel in der künftigen Außendarstellung der Kammer sehen.“ Dass die nächste Generation bereitsteht, um Verantwortung zu übernehmen, sieht auch KJU-Chef Julian Roth: „Wir haben einen guten Mix in unserer Organisation, was die Unternehmensgrößen, die Branchen und das Alter betrifft.“
Text: Trierischer Volksfreund/Björn Pazen
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